Gotthard – 57 km Bahntunnel

Ein Jahrhundert-Bauwerk und wir waren dabei

Dietikon, Juni 2016Während mehr als 15 Jahren haben unsere Transportbänder Tag und Nacht erfolgreich ihren Dienst verrichtet. Insgesamt wurden 28,2 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Tunnel befördert. Das heisst, wir haben Tunnelbänder, vorwiegend Stahlseilgurte in verlöschender Qualität aber auch Textilfördergurte für die Aufbereitung in den diversen Aussenanlagen geliefert. Insgesamt mehr als 200 km Fördergurte - eine beeindruckende Zahl.

Für den Bau gliederte man den Gotthard-Basistunnel in fünf verschiedene Abschnitte. Durch Zugangsstollen gelangten Menschen, Material und Maschinen zu den Baustellen im Berg. Um Zeit und Kosten zu sparen, erfolgten die Bauarbeiten an den verschiedenen Abschnitten gleichzeitig. Der erste Hauptdurchschlag am Gotthard fand am 15. Oktober 2010 um 14.17 Uhr in der Oströhre statt. Rund 30 km vom Südportal und 27 km vom Nordportal entfernt. Der Durchbruch erfolgte mit einer großen Genauigkeit. Die Abweichung betrug nur 8 cm horizontal und 1 cm vertikal. Der Vortrieb in den Hauptröhren erfolgte zu 80 % über Tunnelbohrmaschinen, 20 % erfolgten über konventionellen Sprengvortrieb.

Das Gotthardmassiv ist ein Gebirgszug mitten in den Schweizer Alpen. Die Gegend bildet das „Herz“ der Zentralalpen, von hier streben vier der großen Alpenflüsse (Rhein, Reuss–Aare, Rhone, Ticino) in alle Himmelsrichtungen, und bilden orographisch fundamentale Gliederungen des Alpenbogens.

Weiter unten im Süden der Schweiz liegt nochmals ein kleiner Gebirgszug, der Ceneri. Der 15,4 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel ist, nach Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels, das zweitgrößte Tunnelbauprojekt der Schweiz. Der Gotthard-Basistunnel ist zwar das Herzstück der NEAT, doch nur mit dem Ceneri-Basistunnel entsteht die durchgehende Flachbahn. Auch hier waren unsere Tunnelgurte im Einsatz, nochmals ca. 7 Mio. Tonnen Ausbruchmaterial nach außen zu befördern. Die Eröffnung und Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels ist für 2020 vorgesehen.

Weshalb ein so großer Tunnel?

Diese Tunnelverbindung auf ca. 400 m ü.M. (= Flachbahn) ist das wichtigste Puzzle-Teil im europäischen Ausbau des Bahnverkehrs auf der Nord-Süd-Achse. Zum ersten Mal fährt eine Flachbahn von Nordeuropa nach Italien. Das Puzzle ist aber erst 2020 mit der Inbetriebnahme des Vier-Meter-Korridors komplett. Das bedeutet, dass die Tunnelhöhe für den Transport von vier Meter hohen LKWs auf den Zufahrtslinien zu den Basistunnels ausgebaut wird.
Die Kapazität kann dann um über 30 % erhöht werden. Wir vermeiden Berg- und Talfahrten und wetterbedingte Verzögerungen durch Felsstürze oder andere Naturereignisse. Wir werden schneller, sicherer und zuverlässiger. Und statt drei Lokomotiven pro Zug (die alte Strecke war viel weiter oben) brauchen wir nur noch eine und die Zuglänge kann von 600 auf 750 Meter erhöht werden. Wir läuten auf jeden Fall eine neue Ära des europäischen Bahnverkehrs ein und wir waren dabei und haben tatkräftig mitgeholfen, diesem Jahrhundert-Projekt Farbe zu verleihen. Danke an dieser Stelle nochmals allen Beteiligten der Conveyor Belt Group für diese tadellose Leistung.


Bernd Huser,
Managing Director
ContiTech Schweiz

Gotthard – 57 km Bahntunnel

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